Gib deinen Notizen einen Spitznamen: Eine stark unterschätzte Top-Denkgewohnheit

2/28/2026
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Gib deinen Notizen einen Spitznamen: Eine stark unterschätzte Top-Denkgewohnheit

Autor: Bi Xiao Fan

01 Hast du auch diese "Benennungsangst"?

Ein Freund hat sich beschwert, dass er jedes Mal, wenn er ein neues Dokument erstellt, eine halbe Ewigkeit zögert.

"Ich möchte nur ein paar Gedanken über Künstliche Intelligenz schreiben, aber meine Finger hängen über der Tastatur und ich kann einfach nicht tippen. Soll ich den Titel auf 'Künstliche Intelligenz', 'KI' oder 'Artificial Intelligence' setzen? Was ist, wenn ich das Dokument beim nächsten Mal nicht finde, wenn ich nach KI suche?"

Selbst wenn er schließlich einen Namen festlegt, hat er beim Schreiben anderer Artikel große Schwierigkeiten, darauf zu verweisen: "Wie hieß der letzte Artikel nochmal? War es der vollständige Name oder die Abkürzung?"

Dieses Zögern lässt die Inspiration wie ein erschrecktes Kaninchen verschwinden.

Das ist nicht nur Zwangsneurose, das ist der größte Irrtum, den die meisten von uns im Wissensmanagement machen: Wir versuchen, unsere Lebensweisheit mit einer 'Einwohnermeldeamt-Denkweise' zu verwalten.

Auf dem Einwohnermeldeamt hast du nur einen Namen, ein falsches Zeichen ist nicht erlaubt. Aber im Leben?

Deine Mutter nennt dich 'Da Bao', dein Chef nennt dich 'Xiao Wang', deine Frau nennt dich 'Ehemann', deine Freunde nennen dich 'Er Gou'.

Nur wenn all diese Bezeichnungen auf dich verweisen, bist du im sozialen Beziehungsnetz lebendig.

Notizen sind das gleiche.

02 Das Gehirn mag nicht 'Präzision', sondern 'Unschärfe'.

Kürzlich habe ich ein sehr interessantes Konzept erforscht, das 'Alias-Strategie' (Aliases) genannt wird.

Die Notizsammlungen vieler Experten sind nicht deshalb so nützlich, weil sie so detailliert kategorisiert sind, sondern weil sie Chaos und Mehrdeutigkeit zulassen.

Ein einfaches Beispiel.

Du hast eine psychologische Notiz über den 'Myers-Briggs-Typindikator' geschrieben. Wenn du ein ehrlicher Mensch bist, würdest du den Titel wahrscheinlich einfach auf 'Myers-Briggs-Typindikator' setzen.

Das legt eine Falle.

Nächste Woche schreibst du einen anderen Artikel über 'Berufspersönlichkeiten' und schreibst flüssig: "Viele Menschen verwenden MBTI zur Selbstvorstellung..." In diesem Moment möchtest du einen Link hinzufügen, um auf die vorherige Notiz zu verweisen.

Das System ist verwirrt. Es sagt dir: Keine solche Person gefunden.

Weil das System nur starr denkt, weiß es nicht, dass MBTI der lange und komplizierte 'Myers-Briggs-Typindikator' ist. Dein Gedankenfluss wird sofort unterbrochen, du musst anhalten, suchen, den vollständigen Namen bestätigen und dann kopieren und einfügen.

Das ist 'falsche Produktivität'. Du verschwendest deine Zeit damit, als Übersetzer für den Computer zu arbeiten.

Wie machen es die echten Experten?

Sie fügen der Notiz in der ersten Sekunde, in der sie sie erstellen, unzählige 'Haftnotizen' (Alias) im Hintergrund hinzu: MBTI, 16 Persönlichkeitstypen, Persönlichkeitstest.

Selbst bei einem Konzept wie 'Wissensmanagement' fügen sie KM, Knowledge Management und sogar das Zweite Gehirn hinzu.

Was sind die Vorteile davon?

Das nächste Mal, egal welches Wort du suchst, selbst wenn du nur eine Abkürzung eingibst oder einen englischen Begriff verwenden möchtest, wird diese Notiz wie ein gehorsamer Jagdhund sofort vor dir erscheinen.

Unterschätze nicht diese ein oder zwei Sekunden der Flüssigkeit. Der Flow entsteht aus unzähligen glatten 'ein oder zwei Sekunden'. Sobald du unterbrochen wirst, degradierst du dich vom 'Denker' zum 'Tippenden'.

03 Gib deinem Wissen 'eine Weste an'

Dieses Denkmodell beschränkt sich nicht nur auf Abkürzungen. Es simuliert im Wesentlichen das neuronale Netzwerk des Gehirns.

Unser Gedächtnis ist nie linear, sondern netzartig.

1. Löse das 'Benennungsdilemma'

Ich habe einen literaturbegeisterten Freund, der eine geniale Gewohnheit in seinen Notizen hat. Da seine Notizdateien normalerweise Standardnamen wie 'Su Shi' haben. Aber im Text kann er nicht ständig 'Wie Su Shi...' sagen, das klingt zu sehr nach Lehrbuch. Also hat er dieser Notiz einen Alias hinzugefügt: Su Dongpo, Dongpo Jushi, Zi Zhan. Wenn er in seinem Tagebuch schreibt: "Heute Abend habe ich die Gedichte von Dongpo Jushi gelesen, das war sehr großzügig..." wird das System automatisch verlinkt. Das ist menschliche Sprache, das hat Wärme.

2. Überbrücke die zeitlichen Barrieren

Eine weitere geniale Anwendung betrifft die Zeit. Viele Leute haben kalte, gefühllose Tagebuchdateinamen wie 2023-12-16. Aber wenn du zurückblickst, könnte dir der Gedanke kommen: "Ich erinnere mich, dass es letzten Montag war..." oder "Das war an meinem Geburtstag letztes Jahr..." Ein Nutzer hat seine geniale Methode geteilt: Er nutzt Vorlagen, um automatisch eine Reihe von Aliasen für das Tagebuch des Tages zu generieren: Montag, 16. Dezember, 2023W50 (Woche 50 des Jahres 2023). So muss er beim Durchsehen seines Wochenberichts nur 'W50' eingeben, und alle sieben Tagebucheinträge dieser Woche werden automatisch zusammengeführt und stehen brav da.

3. Tolerier deine Rechtschreibfehler

Sogar deine 'Fehler' kannst du in Aliase umwandeln. Zum Beispiel ist der Name 'Dostojewski' lang und schwer zu merken. Wenn du dir nicht sicher bist, ob es 'Jie' oder 'Ya' ist, ob es 'Fu' oder 'Fu' ist, dann füge alle häufigen Schreibfehler hinzu, die dir einfallen. Zum Beispiel kannst du in der chinesischen Sprache häufige Fehler wie '阀值' als Alias für die Notiz '阈值' hinzufügen. Werkzeuge sind dazu da, dir zu dienen, nicht um deine Sprachkenntnisse zu testen.

04 Anstatt Ordnung zu suchen, umarme die Verbindungen

Ob beim Notizenmachen oder im Leben, wir streben oft zu sehr nach 'der einzig richtigen Standardantwort'.

Wir denken immer, dass wir nur dann beruhigt sind, wenn wir die Dinge in einer absolut richtigen, unveränderlichen Schublade ablegen. Aber die reale Welt ist dynamisch, alle Konzepte wachsen und verändern sich ständig.

Die Essenz des 'Alias'-Denkens ist in Wirklichkeit eine kognitive Toleranz.

Es erlaubt demselben Objekt, unterschiedliche Facetten zu haben, und erlaubt dir, es in unterschiedlichen Kontexten auf unterschiedliche Weise zu verwenden.

Selbst eine Datei verdient es, 'Drei Leben und drei Welten' zu haben.

Also, fang heute an, deinem Leben und Wissen 'Addition' zu geben:

  • Mach dir keine Sorgen, ob der Titel perfekt ist, gib ihm zuerst einen Namen und dann drei Spitznamen.
  • Mach dir keine Sorgen, ob die Kategorisierung richtig ist, gib mehr Tags und mehr Zugänge.
Denk daran, ein Name ist nur ein Türgriff.

Wenn du jederzeit und überall die Tür zur Weisheit öffnen möchtest, ist der beste Weg nicht, den einzigen Griff blitzblank zu polieren, sondern an dieser Tür unzählige Griffe anzubringen.

Egal aus welchem Winkel du deine Hand ausstreckst, du kannst die Tür aufdrücken und das Licht sehen.

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